Feuerwehr Dernbach – Gefahrstoffübung nach GAMS

„Unklarer Geruch, Rheinstraße 6“ – so lautete die Alarmmeldung für den Löschzug Dernbach am vergangenen Freitagabend. Es handelte sich hierbei um eine Übung zum Thema GAMS. Diese Abkürzung steht für „Gefahr erkennen, Absicherungsmaßnahmen einleiten, Menschenrettung unter Eigenschutz, Spezialkräfte nachfordern“ und legt für alle Feuerwehren, auch für denjenigen, die über keine Sonderausrüstung zur Bewältigung von Gefahrstoffeinsätzen verfügen, erste Maßnahmen fest.
Vor Ort stellte sich die Lage wie folgt dar: Nach einem Wasserrohrbruch in der Postfiliale wurden einige Kartons mit Chlortabletten aufgeweicht. Infolge dessen lösten sich die Chlortabletten auf und es entstand Chlorgas. Daraufhin klagten einige Personen, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Postfiliale befanden, über Atemreizungen und Luftnot. Zwei der Personen mussten bewusstlos durch den unter Atemschutz vorgehenden Angriffstrupp gerettet werden.
Nachdem alle Personen aus dem Gebäude ins Freie gebracht und an den Rettungsdienst übergeben waren, galt es das weitere Verbreiten von Chlorgasen zu verhindern. Hierzu wurden die leckgeschlagenen Packstücke von einem unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) vorgehenden Trupp geborgen und nach außen von der Umgebungsluft abgeschirmt. Diese Maßnahme zählt zwar eigentlich nicht mehr zu den unaufschiebbaren Erstmaßnahmen nach GAMS, sondern ist den sogenannten fachspezifischen Ergänzungsmaßnahmen zuzuordnen, welche dem Gefahrstoffzug Westerwald obliegen; da dieser jedoch zu Beginn der Übung durch den örtlichen Einsatzleiter nur fiktiv nachgefordert wurde, übernahmen Kräfte des Löschzuges Dernbach diese Aufgabe. Die Feuerwehr Dernbach verfügt über eine gewisse Anzahl an ausgebildeten CSA Trägern, die im Zuge dieser Übung ihr jährlich gefordertes Belastungstraining absolvieren konnten.

Um bei entsprechenden Einsatzlagen schnelle, über das übliche Maß hinaus gehende, adäquate Maßnahmen treffen zu können, ist beim Löschzug Dernbach eine sogenannte GAMS plus Ausrüstung stationiert. Diese ermöglicht bereits kleiner Erstmaßnahmen bis zum Eintreffen der Kräfte des Gefahrstoffzuges und besteht u.a. aus leichten Chemikalienschutzanzügen, Nachweis- und Leckdichtmaterial sowie einem Mehrgasmeßgerät des Typs DRÄGER x-am 7000.

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